Tür mit Schild "Bitte keine Reklame"

Die Mehrzahl der User findet Werbung im Internet störend und lästig. Was kann getan werden, um dennoch gesehen zu werden! Wir zeigen euch ein paar Möglichkeiten!


Werben trotz Werbeblocker


Die Mehrzahl der User findet Werbung im Internet störend und lästig. Ihr Argument: Sie verstellt den Blick auf das Wesentliche, nämlich den Content. Und der ist natürlich der Grund, warum die Seite überhaupt besucht wurde. Lautstark tönende Werbefilmchen, blinkende Gewinnmeldungen, Warnhinweise über angebliche Computerviren oder Anmeldebuttons für das neueste Vorteilsabo irritieren, verwirren und stören daher nur. Kein Wunder also, wenn Online-User immer öfter feststellen: „Werbung nervt!“ und Werbeblocker-Tools einsetzen. Damit setzen sie dem (vermeintlichen) Spuk ein einfaches und endgültiges Ende.

Was dem User im ersten Moment als Segen erscheint, entwickelt sich für immer mehr Webseitenbetreiber und natürlich auch für werbende Unternehmen zum existenziellen Problem: Viele Portale und Websites finanzieren sich – mehr oder weniger – durch Einnahmen aus Werbung. Werbung ist nämlich nicht nur Werbung für eine Ware eines bestimmten Unternehmens, sondern ist auch selbst Ware, die gekauft, konsumiert und bezahlt werden kann. Webseiten, die Werbung anzeigen, verdienen, indem die Werbung gesehen wird. Ein einträgliches Geschäftsfeld und in vielen Fällen auch eine wesentliche Grundlage dafür, dass der Inhalt gratis oder zu sehr günstigen Konditionen bereitgestellt werden kann. Durch geblockte – also nicht angezeigte – Werbung gehen Einnahmen verloren.

Und auch die Unternehmen brauchen die Werbung, um ihre Botschaften und Angebote zu platzieren und erfolgreich zu verkaufen. Um diesem Trend zur unterdrückten Werbung entgegenzuwirken, sind daher kreative Lösungen dringend gefragt.

Hier unsere Ansätze:

 Lieb bitten:

Banner - lieb bitten
Banner - lieb bitten

Einige Webseitenbetreiber sind mittlerweile dazu übergegangen, die werbegeblockten Felder zur Information über die Notwendigkeit der Werbung zu nutzen. Sie bitten ihre Besucher, den Werbeblocker so einzustellen, dass zumindest die Anzeigen ihrer Seite nicht werbegeblockt werden. Gleichzeitig führen sie auch mögliche Konsequenzen vor Augen, nämlich dass sie dieses oder jenes Produkt/Content künftig nicht mehr werden gratis anbieten können, z.B. ein Spiel oder tagesaktuelle Nachrichten. Das alles wird verpackt in eine nette Bitte, der die vermutlich eher geringe Anzahl an Altruisten unter uns gerne Folge leisten. Der große Rest braucht wohl etwas mehr Nachdruck, denn allzu oft gilt: Wenn etwas keine unmittelbaren Folgen für mich hat, dann geht es mich nichts an.

 

Zahlen lassen:

Banner mit Zahlungsaufforderung
Banner - FairUse-Online-Abo der Tageszeitung DerStandard

Andere Seitenbetreiber haben begonnen, jene User zur Kasse zu bitten, die einen Werbeblocker benutzen und diesen nicht deaktivieren wollen. Das gibt ihnen die Möglichkeit, rückläufige Einnahmen, die durch User mit Adblocker-Programmen verursacht werden, zumindest teilweise zu kompensieren. Ein Ansatz, der vermutlich nur für wenige Webseiten geeignet ist: Wenn nämlich jeder User seinen möglichen „Werbewert“ selbst zahlen müsste, könnten wir uns das Internet bald nicht mehr leisten – zumindest diejenigen, die einen Adblocker verwenden. Zu bedenken wäre auch, dass das Gros der Webseiten vermutlich nicht die Marktmacht besitzt, um ihre User in ein Bezahlmodel zu zwängen. Sie wären schnell durch günstigere bzw. Gratisanbieter ersetzt.

 

Zugang verweigern:

Banner verweigert Zugang wegen Adblocker
Banner - Kein Inhalt mit Werbeblocker

Etwas pöbelhaft, aber durchwegs effektiv, ist es, Adblock Usern den Zugang zu verweigern: Wer den Inhalt einer Seite sehen und nutzen möchte, muss für die Dauer des Besuches seinen Adblocker deaktiveren oder seine „White-List“ (eine Liste mit den Seiten, auf denen Werbung angezeigt darf) entsprechend erweitern. Üblicherweise kostet es nur ein paar Klicks, um diese Einstellungen vorzunehmen. Es bleibt jedoch dasselbe Problem wie schon beim Bezahlmodell: Was tun, wenn (zu) viele User lieber ihren Adblocker aktiv belassen und zur Konkurrenz gehen? In jedem Fall muss der Content wohl so spannend, wichtig und interessant sein, dass Besucher bereit sind, diesen Mehraufwand zu betreiben.

 

Native Advertising:

Vier grüne und euin blauer Punkt
Native-ads, so bleibt Werbung unerkannt

Die Grundidee: Wenn plakative Werbung, wie wir sie alle kennen, die Benutzer stört und belästigt, könnte sie auch so gestaltet werden, dass sie nicht mehr stört. Advertorials und Native Advertising sind die bekanntesten Spielarten einer solchen kontextgebundenen Werbung. Auf den ersten Blick sind die beiden einander sehr ähnlich; viele halten sie sogar für ein und dieselbe Werbeform. Die Unterschiede sind jedoch leicht erklärt:

  • Advertorials gibt es schon seit den 1950er und man versteht darunter redaktionell verfasste Werbetexte. Schon an ihrem Stil und Aussehen ist zu erkennen, dass sie werblich sind.
  • Native Ads oder eben „Native Advertising“ wurden erst 2013 bekannt und sind vom Stil her nicht als Werbung zu erkennen. Auch können sie Video- und Bildergeschichten mit einbeziehen. Dadurch, dass sich Stil und Inhalt an den restlichen Content anpassen, werden Native Ads vom User (meist) nicht mehr als Fremdkörper wahrgenommen.

Selbstverständlich müssen beide Arten als Werbung oder gesponserten Artikel gekennzeichnet werden. Trotzdem ist viel Fingerspitzengefühl nötig, wenn man diese Werbeformen einsetzt. Sie bewegen sich durch ihre mehr oder minder erkennbare Form in einem Graubereich der Legalität. Befürworter sehen darin einen Ausweg aus sinkenden Werbeeinnahmen. Gegner hingegen sprechen diesen Werbeformen die Legalität ab, da sie die Grenzen der (illegalen) Schleichwerbung verschwimmen lassen.

 Google AdWords:

Google AdWords Logo
Google AdWords

Zu guter Letzt komme ich zu einer Möglichkeit, Werbung trotz Werbeblocker sichtbar zu machen. Der Internetriese Google soll sich, wie der Blogger Sascha Pallenberger herausgefunden haben will, beim größten Werbeblocker-Anbieter Adblock Plus eingekauft haben, um die Werbeeinschaltungen seiner Kunden sicherzustellen. Sollte der Blogger Recht haben, bietet Googles Adwords damit eine einfache Möglichkeit Werbung auszuspielen, sogar wenn die Nutzer Werbeblocker verwenden.